Gehen ist leben

Liebe Patientin, lieber Patient,

ihr Arzt hat bei Ihnen Durchblutungsstörungen in den Beinen festgestellt;
(PAVK) periphere arterielle Verschlusskrankheit lautet der medizinische Fachbegriff hierfür.
Im Anfangsstadium bleibt diese Erkrankung oft unentdeckt, doch dann treten immer häufiger Schmerzen beim Gehen auf. Wird die PAVK nicht konsequent behandelt. Schreiet sie unaufhaltsam fort – die Gehstrecke wird immer kürzer, die Beine schmerzen nicht nur beim Gehen, sondern auch in Ruhe und im schlimmsten Fall droht das so genannte offene Bein. So weit muss es nicht kommen.

Jeder Schritt zählt!
Regelmäßige Bewegung ist das Beste, was Sie – neben der medizinischen Behandlung – für die Besserung Ihrer Beschwerden tun können: Durch regelmäßiges Gehtraining können die verengten Gefäße erweitert und kleinste Blutgefäße eröffnet werden. Diese kleineren Blutgefäße umlaufen die verengten oder verschlossenen Gefäßabschnitte und versorgen das Gewebe wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Durch die Bewegung wird die Durchblutung der Beine verbessert und in vielen Fällen kann sogar ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden.

Damit es kein Wunschtraum bleibt, durch die Stadt zu bummeln, auf einen Cappuccino im Café vorbeizuschauen oder spontan einen Spaziergang zu unternehmen.

Als ersten Schritt: Bestimmen sie Ihre Trainingsstrecke!
Starten Sie direkt an Ihrer Haustür. Gehen Sie im flotten Tempo los und zählen Sie die zurückgelegten Schritte, bis die Schmerzen in den Beinen Sie zum Stehen zwingen.

Ermitteln Sie die Trainingsstrecke (in Schritten oder Metern), indem Sie von der maximalen Gehstrecke 1/3 abziehen.
Beispiel:
120 Schritte : 3 = 40; 120 – 40 = 80, Trainingsstrecke : 80 Schritte

Notieren Sie die ermittelte Trainingsstrecke in Ihrem Trainingsprotokoll.

TIPP: Sie können die Gehstrecke natürlich auf mit einem Schrittzähler bestimmen.

Als zweiten Schritt: Trainieren Sie das Gehen!

Beginnen Sie jetzt mit der ersten Trainingseinheit. Starten Sie wieder direkt vor Ihrer Haustür und legen Sie die ermittelte Trainingsstrecke im forschen Wandertempo zurück. Bleiben Sie dann stehen und machen Sie 2 Minuten Pause. Erholen Sie sich, schauen Sie sich um – vielleicht entdecken Sie etwas, was Ihnen bislang noch nie aufgefallen ist. Gehen Sie dann nochmals die ermittelte Strecke, legen Sie anschließend wieder eine 2-minütige Pause ein.
Kehren Sie danach um und absolvieren Sie nochmals 2 Gehstrecken, wieder mit 2 Minuten Pause.

Die iese Trainingseinheit absolvieren Sie jeden Tag, wenn möglich sogar 2 bis 3 mal täglich. Nach einer Woche bestimmen Sie bitte Ihre Trainingsstrecke neu. Tragen Sie diesen Wert bitte in Ihrem Trainingsprotokoll der neuen Trainingswoche ein und seien sie stolz auf sich, denn der Wert wird sicher höher sein als vor der 1. Trainingswoche. Durch ihr regelmäßiges Training kommen ´Sie ihrem Ziel mit jedem Schritt ein Stückchen näher.

TIPP:
– Wenn Sie merken, dass Ihre schmerzfreie Gehstrecke im Laufe des Trainings kürzer wird, war Ihre Pause zu kurz. Bleiben Sie zwischen den Strecken einfach etwas länger stehen. Die Pausen sind nötig damit wieder ausreichend Sauerstoff in Ihre Beine transportiert werden kann.
– Passen Sie das Tempo Ihrem persönlichen Fitnessgrad an. Sie sollten beim Gehen nicht außer Atem sein und auch nicht ins`s Schwitzen kommen.

Wichtig:
Laufen Sie nie „in den Schmerz“ hinein“! Versuchen Sie nicht „durch den Schmerz hindurch zu laufen“!

Gehtraining

So könnte ihr wöchentlicher Trainingsplan aussehen

Phase 1: Gewöhnungsphase
1. Woche: Täglich 15 Minuten Gehtraining. Machen Sie Pause, bevor Schmerzen auftreten!
2. Woche: Täglich 1 bis 2 mal 15 Minuten Gehtraining. Finden Sie Ihr eigenes Gehtempo!
3. .Woche: Täglich 2 mal 15 Minuten Gehtraining. Gehen Sie entspannt und leicht – die Füße leise aufsetzten und entspannt abrollen.

Phase 2: Aufbauphase
4. Woche: Täglich 1 bis 2 mal 20 Minuten Gehtraining.
5. Woche: Täglich 1 bis 2 mal 25 Minuten Gehtraining.
6. Woche: Täglich 1 bis 2 mal 30 Minuten Gehtraining.

TIPP: Parken Sie Ihr Auto doch eine Straße weiter.

Bitte legen Sie regelmäßig Pausen ein und trainieren Sie schmerzfrei!

In Bewegung bleiben

Noch mehr Bewegungsübungen!

Durch einfache gymnastische Übungen, die Sie in Ihren Tagesablauf einplanen, können Sie das Gehtraining wirkungsvoll unterstützen!

TIPP: Fragen Sie Ihren Arzt nach einer „Gefäßsportgruppe“ in Ihrer Nähe, denn gemeinsam geht es leichter“!. Hier können Sie in der Gruppe und unter ärztlicher Betreuung an der
Verbesserung Ihrer Gehleistung arbeiten.

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